Die Lichttherapie als effektives Mittel gegen Neurodermitis

Eine Lichttherapie, auch als Phototherapie bekannt, stellt bei Neurodermitis eine sanfte Möglichkeit dar, um Symptome dieser Erkrankung zu bekämpfen und ein Abheilen der Hautsymptome zu fördern. Bei Neurodermitis handelt es sich um eine entzündliche Hauterkrankung, die mit trockener Haut und quälendem Juckreiz einhergeht. Diese Erkrankung tritt zumeist in Schüben mit extremen Symptomen auf, die von beschwerdefreien Zeiträumen abgelöst werden. Zu den Symptomen zählen neben Juckreiz und kleinen juckenden Hautknoten auch lederartige Verdickungen der Haut.

Zudem kann es während eines Neurodermitis-Schubes zu Rötungen der gesamten Haut kommen. Für viele Betroffene ist eine Neurodermitis-Erkrankung zusätzlich noch mit einer hohen psychischen Belastung verbunden. Denn nicht nur der Drang, sich ständig kratzen zu müssen, sondern auch das unschöne Hautbild hindern Neurodermitis-Erkrankte daran, sich in der Öffentlichkeit, beispielsweise im Schwimmbad, zu zeigen. Als Auslöser dieser sogenannten „atopischen“ Krankheit ist eine überschießende Immunabwehr verantwortlich, die nicht selten durch psychische Belastungen hervorgerufen wird. Grundsätzlich gelten als Ursache für diese Erkrankung aber genetische Faktoren. Das bedeutet, Neurodermitis wird vererbt. Die Licht- bzw. Phototherapie ist mittlerweile ein nicht mehr wegzudenkendes Mittel, um effektiv die Symptome von Neurodermitis zu lindern.

Die heilsame Wirkung von Sonnenlicht kannten bereits die Ägypter

Schon seit Jahrtausenden ist die heilsame Wirkung der Sonne auf die Haut bekannt. Bereits die alten Ägypter rieben sich mit Pflanzenextrakten ein und legten sich danach in die Sonne, um Ekzemerkrankungen zu behandeln. Aber auch reines Sonnenlicht, ohne die Zugabe von pflanzlichen Extrakten, wirkt heilsam auf die Haut. Um diesen heilsamen Effekt auch an sonnenlosen Tagen zu erwirken, wurde die Licht- bzw. Phototherapie entwickelt. Bei der Lichttherapie werden künstliche UV-Strahlen (Ultraviolettstrahlung) erzeugt, um sie gezielt auf die erkrankten Hautstellen wirken zu lassen. Wird der Einsatz von Sonnenlicht zusätzlich mit Pflanzenwirkstoffen kombiniert, wie dies beispielsweise bei der PUVA-Therapie der Fall ist, lösen die UV-Strahlen eine zusätzliche Hautreaktion aus. Diesen Vorgang nennt man phototoxische Dermatitis und er ist, wie bereits die alten Ägypter wussten, eine gezielte Anwendung eines natürlichen Phänomens. Das ist zumindest das Grundprinzip einer Lichttherapie. Es gibt jedoch unterschiedliche Therapieformen in Kombination mit Licht, die gegen Ekzemerkrankungen als Symptombehandlung zum Einsatz kommen, mit dem Ziel Juckreiz zu lindern und das Abheilen der lederartigen Haut, der Hautschuppen und der Rötungen zu forcieren.

Was bei der Lichttherapie in der Haut passiert

UVA-Licht, das auf die Haut trifft, setzt bestimmte Botenstoffe frei, wie das Zytokin Interleukin-10, auch kurz IL 10 genannt. IL 10 ist ein Entzündungsmodulator, der von der Haut produziert wird und auf andere Immunzellen einwirkt, mit dem Effekt, eine Entzündungshemmung hervorzurufen. Gleichzeitig sorgt der Botenstoff IL 10 für die Vertreibung anderer Zellen, und zwar jener, die für die Neubildung von Ekzemen verantwortlich sind. Mit Hilfe der Lichttherapie wird der Entzündungsprozess gestoppt, neue Ekzembildung verhindert und ein Abheilen vorhandener Hautsymptome gefördert.

Die Möglichkeiten der Phototherapie

Für die Licht- bzw. Phototherapie gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die sich im Strahlenspektrum des ultravioletten Lichts unterscheiden. Beim ultraviolettem Licht wird zwischen UVA– und UVB-Strahlen unterschieden. Diese sorgen dafür, dass die Teilung der Hautzellen verlangsamt und die Entzündungsreaktion gemindert wird. Bei der PUVA-Therapie handelt es sich um eine weitere Behandlungsmethode mit UVA-Licht, wobei zusätzlich das Medikament Psoralen verabreicht wird, um die Haut empfänglicher für die künstlichen Sonnenstrahlen zu machen. Mit Hilfe einer Lichttherapie wird das Immunsystem des Betroffenen also beruhigt und ein anti-entzündlicher Effekt hervorgerufen. Für eine erfolgreiche Behandlung sind, je nach Schweregrad der Erkrankung, mehrere Sitzungen erforderlich. Diese werden für gewöhnlich ambulant in Hautarztpraxen durchgeführt. Auch Nebenwirkungen der Lichttherapiebehandlung sind bekannt, zu denen eine vorzeitige Hautalterung und ein erhöhtes Risiko von Herpes-Infektionen zählen. Deshalb wird solch eine Therapie erst für Menschen ab dem 18. Lebensjahr empfohlen. Trotzdem sprechen die positiven Effekte, insbesondere bei schweren Fällen von Neurodermitis, absolut für sich.

Fazit

Da es sich bei Neurodermitis um eine chronische Erkrankung handelt, leiden Betroffene oft ihr ganzes Leben an den Symptomen. Eine Lichttherapie bietet Neurodermitis-Erkrankten die Möglichkeit, Symptome schonend und ohne Medikamente zu lindern und die Neubildung von unschönen und juckenden Hautschichten zu stoppen.


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