Winterdepression – Lichttherapie kann helfen

Die Winterdepression ist eine saisonale Depressionsart – Mit Beginn der dunklen Jahreszeit fühlen sich viele Menschen antriebslos und niedergeschlagen, extrem müde und traurig. Betroffene beschreiben einen Wechsel zwischen ausgeprägtem Schlafbedürfnis und Heißhunger auf Süßes, häufig bei deutlicher Gewichtszunahme. Oft werden bei gereiztem und unausgeglichenem Verhalten sowohl soziale Kontakte, als auch die Fürsorge gegenüber der eigenen Person vernachlässigt.

Die Befindlichkeitsstörungen verbessern sich erst zum Frühjahr und wiederholen sich im darauf folgenden Herbst. Es ist aber auch möglich komplett aus der Depression raus zu kommen und die Erkrankung somit zu bewältigen. Dies hängt je nach Schweregrad der Erkrankung ab.

Experten sprechen bei einer Winterdepression von einer saisonal-affektiven Depression, die mit SAD abgekürzt wird. Schätzungen zufolge, sind bis zu 3 Prozent der europäischen Bevölkerung von einer saisonalen Depression betroffen – Frauen häufiger als Männer. Auch Kinder und Jugendliche erkranken gelegentlich, mitunter sogar im Sommer. Manche Patienten zeigen eher manische Züge, neigen zu Selbstüberschätzung, Euphorie und Distanzlosigkeit.

Zu den genetischen, hormonellen oder stressbedingten Ursachen kommen vor allem die winterlichen Lichtveränderungen als Auslöser der Beschwerden in Frage. Dabei kann die Lichttherapie mit einer Tageslichtlampe eine wirkungsvolle Hilfe sein. Auch als Lichtdusche bekannt, nimmt das helle und fluoreszierende UV-Licht einen positiven Einfluss auf unsere innere Uhr. Bereits in der Antike wurden Behandlungen mit Licht beschrieben.

Lichttherapie – Ihre Wirkung ist wissenschaftlich bewiesen

Die Lichtstärke einer Tageslichtlampe bestimmt maßgeblich den Therapieerfolg einer Winterdepression und sollte zwischen 2.500 bis 10.000 Lux liegen. Auch an beschwerdefreien Tagen ist die Behandlung mindestens eimal täglich, am besten morgens, fortzusetzen. Die Behandlungsdauer liegt bei jeweils einer Stunde pro Sitzung und kann bei Lampen mit 10.000 Lux auf je eine halbe Stunde reduziert werden. Dabei befindet sich die Lampe in einem Abstand von 50 – 90 Zentimetern (hierbei bitte auf die Herstellerangaben achten) zum Körper.

Bei konsequenter DWinterdepression heilenurchführung der Lichttherapie hat die Erkrankung eine gute Prognose. Starke Nebenwirkungen unter Einsatz der Lampen sind nicht bekannt. In seltenen Fällen können Kopfschmerzen, sowie Reizungen der Haut oder Augen auftreten. Auch eine Herpesausbruch wird in Zusammenhang mit einer starken Tageslichtbestrahlung gebracht.

och was passiert bei einer Winterdepression in unserem Körper und wie wirken Tageslichtlampen auf unser Befinden? Mit Beginn der Dunkelheit bildet die Zirbeldrüse – ein kleines Organ unseres Zwischenhirns – verstärkt das Schlafhormon Melatonin. Auch tagsüber wird in den Wintermonaten aufgrund der geringeren Lichtverhältnisse viel Melatonin ausgeschüttet. Bei Menschen mit einer Winterdepression liegt außerdem ein gestörter Informationsaustausch zwischen den Sehzellen des Auges und dem Gehirn vor.

Neben einem extremen Schlafbedürfnis nehmen die Betroffenen auch depressive Veränderungen wahr, die durch eine Überproduktion von Melatonin verursacht werden kann. Gleichzeitig kommt es zu einem Absinken des Serotonins, das als Glückshormon unseres Körpers für eine gehobene Stimmung verantwortlich ist. So greift die Lichttherapie an dieser Stelle ein, um die Produktion von Serotonin zu fördern. Nach einer zweiwöchigen Behandlung der Winterdepression durch Tageslichtlampen berichten die Patienten von einer beginnenden Leistungssteigerung und verbesserten Stimmung. Diese Wirkung konnte in Studien nachgewiesen werden. Außerdem zeigte sich, dass Menschen in südlichen Ländern von einer saisonalen Depression deutlich weniger betroffen sind, als in nördlichen Breiten.

Fazit

Die Lichttherapie ist eine sinnvolle Möglichkeit in der Behandlung einer Winterdepression. Ihre Wirksamkeit können Patienten durch ausreichende Bewegung im Freien unterstützen. Vor allem in den Morgenstunden sind Spaziergänge empfehlenswert. Auch Wintersport fördert den Heilungsverlauf. In einigen Fällen werden noch weiterführende Untersuchungen der Schilddrüse, der Vitamine B12 und D3 durch den Arzt veranlasst. Bei gleichzeitiger Einnahme von Psychopharmaka, wie etwa Lithium, sollte sich nach einer lichttherapeutischen Behandlung eine augenärztliche Kontrolle anschließen. Empfehlenswert zur Behandlung mit Tageslichtlampen ist auch ein sogenannter Lichtwecker. Dies ist ein Wecker der den Sonnenaufgang simuliert. Seine vielfältigen Funktionsmöglichkeiten erleichtern das Aufstehen, um den Tag energiegeladen und kraftvoll beginnen zu können.

Foto Quelle: Fotolia © Adam Gregor


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